Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung  zeigt das Unternehmensergebnis durch Gegenüberstellung von Erträgen und Aufwendungen. Ein positives Ergebnis wird als Gewinn, ein negatives als Verlust bezeichnet.

INHALT

Gewinn- und Verlustrechnung: Übersicht

Die Gewinn- und Verlustrechnung zeigt das Periodenergebnis über die Differenz von Erträgen und Aufwendungen. Sie dient damit der Ermittlung der Profitabilität.

Sie ist neben der Bilanz ein Pflichtbestandteil des Jahresabschluss für Unternehmen.

Die Berechnung kann nach dem Gesamtkostenverfahren (Basis: Produktionsmenge) oder Umsatzkostenverfahren (Basis: umgesetzte Menge) erfolgen.

Gewinn- und Verlustrechnung: Definition

Die Gewinn- und Verlustrechnung  (abgekürzt GuV) zeigt das Unternehmensergebnis durch Gegenüberstellung von Erträgen und Aufwendungen. Ein positives Ergebnis wird als Gewinn, ein negatives als Verlust bezeichnet.

Um die GuV zu erstellen, sind zwei Werte relevant:

Erträge

Erhöhung des Vermögens durch den Verkauf von Waren, Dienstleistungen und sonstigen Erträgen während einer Periode.

Aufwendungen

Reduktion des Vermögens durch den Verbrauch von Waren, Dienstleistungen und Abgaben während einer Periode.

Gewinn / Verlust = Erträge – Aufwendungen

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist neben der Bilanz ein Pflichtbestandteil des Jahresabschlusses für Unternehmen (siehe hierzu: HGB Deutschland, UGB Österreich).

Gewinn- und Verlustrechnung: Berechnung

Für die Berechnung gibt es zwei Methoden:

Gesamtkostenverfahren

Hier werden Erträge und Aufwendungen anhand der produzierten Mengen berechnet. Somit werden auch Bestandsveränderungen berücksichtigt. Das Grundschema für das Gesamtkostenverfahren sieht so aus:

GuV Position Beispiel
+
Umsatzerlöse
Rechnungen an Kunden
+
Bestandsveränderungen
Veränderung Lagerbestand
+
Aktivierte Eigenleistungen
Zur eigenen Verwendung erstelltes Anlagevermögen
+
Sonstige betriebliche Erträge
Zuschüsse, Mieterträge
-
Material und bezogene Leistungen
Materialaufwand, Wareneinkauf, Fremdleistungen
-
Personalaufwand
Löhne, Gehälter inkl. Nebenkosten
-
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Miete, Beratung, Versicherungen, IT etc.
-
Abschreibungen
Abschreibung auf Anlagevermögen
=
EBIT
Ergebnis vor Zinsen und Steuern
+/-
Finanzergebnis
Erträge und Aufwendungen aus Finanzen (z.B.: Zinsen)
+/-
Steuern vom Einkommen und Ertrag
z.B.: Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer
=
Ergebnis nach Steuern
Gewinn oder Verlust nach Abzug Steuern
+/-
Sonstige Steuern
z.B. Grunderwerbsteuer
=
Periodenergebnis
Gewinn oder Verlust

Umsatzkostenverfahren

Hier werden Erträge und Aufwendungen anhand der in der abgesetzten Mengen berechnet. Somit werden auch Bestandsveränderungen nicht berücksichtigt. Das Grundschema für das Umsatzkostenverfahren sieht so aus:

GuV Position Beispiel
+
Umsatzerlöse
Rechnungen an Kunden
-
Herstellkosten
Benötigte Mittel zur Erzielung der Umsatzerlöse
=
Bruttoergebnis vom Umsatz
Ergebnis nach Herstellkosten (Bruttomarge)
-
Vertriebskosten
Externe Leistungen, Personal, Abschreibungen etc.
-
Verwaltungskosten
Externe Leistungen, Personal, Abschreibungen etc.
+
Sonstige betriebliche Erträge
z.B.: Zuschüsse, Mieterträge
-
Sonstige betriebliche Aufwendungen
z.B.: Miete, Versicherungen etc.
=
EBIT
Ergebnis vor Zinsen und Steuern
+/-
Finanzergebnis
Erträge und Aufwendungen aus Finanzen (z.B.: Zinsen)
+/-
Steuern vom Einkommen und Ertrag
z.B.: Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer
=
Ergebnis nach Steuern
Gewinn oder Verlust nach Abzug Steuern
+/-
Sonstige Steuern
z.B. Grunderwerbsteuer
=
Periodenergebnis
Gewinn oder Verlust

Während die beiden Verfahren unterschiedliche Herangehensweisen verfolgen, müssen sie zum identischen Ergebnis führen.

Weiterführende Informationen

sevDesk: Video Erklärung zur GuV von unserem Integrationspartner

lexoffice: Erläuterungen zum Jahresabschluss von unserem Integrationspartner

IONOS Startup Guide: Details und Beispiele zur GuV

Thematisch verwandte Beiträge aus unserem Blog

Folge uns in den sozialen Medien und mit unserem Newsletter, um nichts zu verpassen: