Liquiditätssicherung für die Low Season: So bleibst du flüssig im Saisongeschäft

Folgendes erwartet dich in diesem Beitrag zum Thema Liquiditätsicherung im Saisongeschäft:
Wir sind alle Saisongeschäfte
- Die großen Sales-Tage (Black Friday etc.) für Agenturen
- Die Jahresabschluss- und Prüfsaison im Frühjahr für Steuerberatungen
- Die Budget Season im Herbst für Finance Tools, wie unser Adam
- Der Jahresbeginn und seine Umstellungen für IT-Dienstleister und Beratungen
Der Ärger mit dem Low Cash in der Low Season
3 Schritte zur aktiven Liquiditätssicherung
1. Ermittle deine „echte Liquidität“
Wenn du heute auf dein Bankkonto schaust, bist du vielleicht glücklich oder traurig, aber eines ist gewiss: du wirst nicht deine echte Liquidität finden. Das Bankkonto zeigt dir nämlich nur, was dort gerade oben ist. Um deine echte Liquidität herauszufinden, musst du folgende Rechnung anstellen:
Pro-Tipp: Wenn du deine aktuelle Liquiditätsdeckung ermitteln willst, schau dir die Liquidität 1. Grades und 2. Grades an und rechne die Personalkosten des aktuellen Monats hinzu.
2. Plane die saisonalen Effekte auf Umsatz und Kosten
Ausgehend deiner echten Liquidität kannst du nun die saisonalen Effekte auf dein Business planen. Diese Planung beginnt mit der Gewinn- und Verlustrechnung, denn die ist in der Regel am stärksten betroffen.
Pro-Tipp: Wenn du deine aktuelle Liquiditätsdeckung ermitteln willst, schau dir die Liquidität 1. Grades und 2. Grades an und rechne die Personalkosten des aktuellen Monats hinzu.
3. Ermittle den Effekt auf die Liquidität
- Zahlungsziele: Damit Umsatz und Kosten zu Ein- und Auszahlungen werden, musst du die Zahlungsziele berücksichtigen. Wenn deine Kunden beispielsweise 30 Tage Zahlungsziel haben, dann kommt der Umsatz vom Januar erst im Februar aufs Konto.
- Steuerzahlungen: Berücksichtige anstehende Steuerzahlungen, wie Körperschaftsteuer oder Gewerbesteuer – Jene aus den Vorjahren als auch Vorauszahlungen können hier schlagend werden.
- Kreditzahlungen: Wenn du Kredite tilgen musst, plane die Tilgungsraten und Zinszahlungen für bestehende Kredite ein. Überprüfe, ob in bestimmten Monaten höhere Belastungen anfallen.
- Investitionen: Plane größere Investitionen oder Anschaffungen, die im Laufe des Jahres anstehen, und deren Auswirkungen auf die Liquidität.
Pro-Tipp: Deine Steuerberatung kann dir die Fälligkeitstermine und Summen für deine Steuerzahlungen auf Punkt und Komma sagen. Nutze diese Info für deine Planung.
Betreibe aktive Liquiditätssicherung
Um einem möglichen Cash-Engpass frühzeitig entgegenzuwirken, oder einfach nur um deine Liquidität gesund zu steigern, empfehle ich dir folgende Strategien:
- Hol dein Geld schneller zu dir: Stelle Rechnungen zeitnah mit kurzen Zahlungszielen und mahne regelmäßig. Wenn passend, biete Skonto für frühzeitige Zahlungen an, um den Anreiz für schnelle Begleichung zu erhöhen.
- Lass dein Geld länger bei dir: Zahle nicht früher (und nicht später) als du musst und vereinbare mit Lieferanten längere Zahlungsziele oder ebenfalls Skonto bei frühzeitiger Zahlung.
- Bau dir eine Cash Reserve auf: Leg dir ein eigenes Bankkonto an, auf das du jeden Monat einen fixen Betrag überweist mit dem Ziel, deine Fixkosten über einen Zeitraum von mehreren Monaten zu decken.
- Nutze Finanzierungsinstrumente: Ziehe bei kurzfristigem Liquiditätsbedarf Instrumente wie Kontokorrentkredite in Betracht. Diese ermöglichen es dir, kurzfristige Engpässe zu überbrücken, sollten aber mit Bedacht eingesetzt werden, da die Zinsen oft unnötig hoch sind.
- Liquidität tracken und schnell handeln: Implementiere ein regelmäßiges Controlling deiner Liquiditätssicherung, um frühzeitig auf Abweichungen reagieren zu können.
Pro-Tipp: Hier findest du unsere besten Tipps, wie du deine Liquidität kurzfristig verbessern kannst: 12 Tipps zur schnellen Liquiditäts Optimierung
Fazit: Liquiditätssicherung hat immer Saison
Weiterführende Informationen
creditshelf: Tipps und Tricks zur Liquiditätssicherung vom Kreditfinanzierer
COMMITLY: Gesammelte Werke rund um die Liqudität von unserem Cash Management Partner
Wir sind neugierig auf eure Erfahrungen!
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Die wichtigsten Fragen des Beitrags noch mal auf einen Blick
Bei der Planung musst du die saisonalen Effekte auf die Finanzen berücksichtigen. Gehe dabei so vor:
- Echte aktuelle Liquidität ermitteln (Cash + Forderungen – Verbindlichkeiten)
- Saisonabhängige Umsätze und Kosten planen
- Fixkosten planen
- Liquiditätsbedarf ermitteln
- Aktives Forderungsmanagement
- Zeitgerechte Zahlungen leisten
- Cash Reserve aufbauen
- Kontokorrentkredit oder Überbrückungsfinanzierung nutzen
- Cash Lage regelmäßig tracken und schnell handeln
- Autor: Bernhard Frühlinger
- Datum:
- Lesezeit: 4 min.
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