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Dein Messbecher für die Liquidität – Ein Ausflug in die Berechnung des Cash Flow

Gewinn und Liquidität sind auf dem Konto nicht dasselbe

Als Unternehmer:innen haben wir uns schon damit abgefunden, dass der mühsam erwirtschaftete Gewinn nicht immer zwingend auch sofort auf dem Konto landet. Gerade in unsicheren Zeiten ist das Augenmerk auf die Veränderung der Liquidität auf dem Konto oder in der Kasse besonders hoch und es besteht zunehmend der Wunsch nach einem einfachen Überblick über die Entwicklungen der Liquidität.

Nur gut, dass es hierzu ein großartiges Tool gibt, das uns genau diese Entwicklungen erklärt und uns auch noch sagt, wo der Unterschied zwischen dem Gewinn oder Verlust und der Veränderung der Liquidität liegt. Wir dürfen vorstellen: der Cash Flow.

Was genau macht eigentlich der Cash Flow?

Vereinfacht gesagt, erklärt der Cash Flow die Veränderung der Liquidität, also die Veränderung des verfügbaren Gelds, das ihr auf der Bank oder in der Kasse liegen habt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Cash Flow zu berechnen. Die gebräuchlichste Methode ist dabei der sogenannte indirekte Cash Flow.

1. Der indirekte Cash Flow

Beim indirekten Cash Flow werden ausgehend vom Gewinn oder Verlust der jeweiligen Periode alle Positionen eliminiert, die keinen Effekt auf eure Liquidität haben. Zum Beispiel werden Erhöhungen von Forderungen an eure Kunden, die entstehen, wenn Kunden eure Rechnungen noch nicht bezahlt haben, vom Gewinn abgezogen, da noch kein Geld in eure Kassen geflossen ist.

Umgekehrt werden Erhöhungen von Verbindlichkeiten an eure Lieferanten, die entstehen, wenn ihr offene Rechnungen noch nicht bezahlt habt, zum Gewinn hinzu addiert, da ihr das Geld noch bei euch habt. Außerdem werden alle anderen Positionen, für die Geld geflossen ist, die aber keine Relevant für den Gewinn oder Verlust haben, berücksichtigt. Dazu zählen vor allem Investitionen oder Rückzahlungen von Krediten.

Am Ende bleibt die Veränderung der Liquidität übrig

Im Ergebnis sind durch die indirekte Ermittlung des Cash Flows alle nicht liquiditätswirksamen Positionen eliminiert, womit die Veränderung eurer Liquidität dann einfach erklärt wird. Das Grundschema für den indirekten Cash Flow sieht so aus:

Cash Flow Position Logik
Perioden-Gewinn gemäß GuV
Gewinn oder Verlust gemäß Rechnungsstellung
+
Abschreibungen
Kein Abfluss von Liquidität
+/-
Veränderung Forderungen
Forderungen ↗ = Cash Flow ↘ (kein Zufluss von Liquidität)
+/-
Veränderung Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten ↗ = Cash Flow ↗ (kein Abfluss von Liquidität)
+/-
Veränderung Rückstellungen
Rückstellungen ↗ = Cash Flow ↗ (kein Abfluss von Liquidität)
+/-
Veränderung sonstige nicht zahlungswirksame Positionen
Abhängig von jeweiliger Position
=
Operativer Cash Flow
+/-
Cash Flow aus Investitionen
Investitionen ↗ = Cash Flow ↘ (Abfluss von Liquidität)
=
Free Cash Flow
+/-
Cash Flow aus Finanzierung
Tilgung von Krediten bzw. Zinsen ↗ = Cash Flow ↘ (Abfluss von Liquidität)
=
Veränderung der Liquidität

2. Arbeiten mit dem Cash Flow

Wie in der Tabelle oben dargestellt, besteht der Cash Flow aus drei wesentlichen Teilergebnissen, die für euch unterschiedliche Hebel zur Analyse und Optimierung bieten:

Operativer Cash Flow

Der operative Cash Flow gibt eine Aussage darüber, wieviel Liquidität ihr aus dem operativen Tagesgeschäft erwirtschaftet oder verloren habt. Der operative Cash Flow ist daher ein Indikator, wie stark ihr aus eigener Kraft Liquidität aufbauen könnt.

Free Cash Flow

Der Free Cash Flow ergibt sich aus dem operativen Cash Flow und dem Cash Flow aus der Investitionstätigkeit. Der Free Cash Flow gibt eine Aussage darüber, wieviel Geld ihr für die Rückzahlung von Krediten oder sonstiger Fremdfinanzierung und für etwaige Gewinn­ausschüttungen verfügbar habt.

Veränderung der Liquidität

Die Veränderung der Liquidität ist das Gesamtergebnis der Cash Flow Rechnung und zeigt, wie sich eure kurzfristig verfügbaren Liquidität in der betrachteten Periode verändert haben. Dank der Zwischen­ergebnisse in der Cash Flow Struktur seht ihr auf einen Blick, wo die Haupttreiber für die Veränderung der Liquidität waren.

3. Den Cash Flow optimieren

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Cash Flow für eine Verbesserung der Liquidität zu optimieren. Die gängigen Empfehlungen hierfür sind:

Es gilt aber bei jeder Maßnahme zu prüfen, ob sie für euer Geschäftsmodell sinnvoll ist und ob der mögliche Aufwand für die Maßnahme auch wirklich einen entsprechenden Nutzen bringt.

Eine detaillierte Liste mit 12 konkreten Tipps zur Steigerung der Liquidität und zur Optimierung des Cash Flows haben wir für euch hier zusammengefasst.

In unserem nächsten Blogbeitrag werden wir uns dem Thema Liquiditätsplanung widmen und euch Möglichkeiten zeigen, wie ihr pragmatisch zu einer Cash Flow Planung kommt.

Wir sind neugierig auf eure Erfahrungen!

Wie gut hat euch diese Erläuterung weitergeholfen? Erzählt es uns in einer E-Mail an hello@meetadam.io

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