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Erst verdienen, dann ausgeben! – 12 Tipps, wie du deine Liquidität steigern kannst

Alle Augen sind aktuell auf Liquidität gerichtet. Von den politischen Verantwortlichen, die Hilfsprogramme zur Liquiditätssicherung im Eiltempo aufsetzen, über die Banken, die über ihren bürokratischen Schatten bei der Kreditvergabe springen (sollten), bis zu den direkt betroffenen Führungskräften in Unternehmen, die täglich schwierige Entscheidungen unter zunehmender Unsicherheit treffen müssen.
In unserem letzten Blogbeitrag haben wir euch bereits einen einfachen Prozess zur regelmäßigen Planung und Steuerung der Liquidität beschrieben. Da aber auch der beste Prozess ohne konkrete Handlungen wirkungslos ist, wollen wir euch in diesem Beitrag noch ein paar praxistaugliche Maßnahmen zur Optimierung der Liquiditätssituation in eurem Unternehmen näherbringen. Wir haben für euch 12 konkrete Tipps aufgeschrieben, wie ihr eure Liquidität steigern könnt!

Zahlungseingänge beschleunigen

„Schneller Geld reinholen“ ist die Devise für die Zahlungseingangsseite im Liquiditätsmanagement. Je schneller eure Kunden die Rechnungen bezahlen, desto regelmäßiger sind finanzielle Mittel zur Bezahlung eurer eigenen Rechnungen auf eurem Konto verfügbar. Das klingt nur logisch, birgt jedoch häufig praktische und psychologische Herausforderungen. Wir empfehlen euch deswegen folgende Maßnahmen:
1. Regelmäßig und ohne Verzug fakturieren

Etabliert fixe wöchentliche oder monatliche „Fakturatage“, an denen ihr alle ausstehenden Rechnungen an eure Kunden schreibt und versendet. Bei Adam nutzen wir z.B. jeweils den letzten Tag eines Monats dafür. Tragt euch dazu am besten einen fixen Serientermin in eure Kalender ein. Solltet ihr sehr lange Leistungszeiträume bei euren Kunden haben, vereinbart unbedingt zeitliche oder meilensteinbasierte Teilrechnungen, sodass ihr mindestens monatlich eine Rechnung stellen könnt. Damit die Rechnungsstellung maximal effizient funktioniert, empfehlen wir euch web-basierte Tools für die rasche und konforme Rechnungsstellung, wie zum Beispiel sevDesk, zu nutzen.

2. Zahlungsziele und Konditionen auf jede Rechnung schreiben

Verseht jede Rechnung mit einem exakten Zahlungsdatum (z.B.: zahlbar bis 30.04.2020) und der gewünschten Zahlungsart (z.B.: Online-Überweisung). Vermeidet Formulierungen wie „Zahlbar ab sofort“.

3. Konsequentes Mahnwesen etablieren

Mahnen ist gerade in unseren Breitengraden noch immer ein schwieriges Thema. Wir sind der Überzeugung, dass man auch Kunden freundlich, aber konsequent an ihre Zahlungsverpflichtung erinnern darf. Legt euch fixe Zyklen für Zahlungserinnerungen und Mahnungen zurecht und verfolgt diese konsequent. Prüft auch, ob ihr Mahnspesen einsetzen wollt.

4. Forderungs­management gegebenenfalls auslagern

Sofern ihr die Zahlungseingänge nicht selbst steuern wollt, gibt es natürlich auf Möglichkeiten, diese outzusourcen. Hierzu können Fatoring- oder Inkassodienstleister in Anspruch nehmen. Außerdem bieten Forderungsausfallsversicherung auf eine Absicherung von Forderungsausfällen. Eine umfassende digitale Credit Management Lösung speziell für KMU bieten übrigens unsere Freunde von bilendo an.

Auszahlungen zeitlich optimieren

Im Unterschied zu Großunternehmen besteht gerade bei KMU häufig der Reflex, alle Rechnungen sofort zu bezahlen. Das ist natürlich ehrenhaft, aber aus Liquiditätssicht nicht optimal. Denn wenn für die Zahlungseingänge die Devise der Beschleunigung gilt, ist es bei den Zahlungsausgängen umgekehrt. Wir empfehlen folgende Maßnahmen:

5. Zahlungsziele der Lieferanten ausnutzen

Auch wenn wir uns bei unseren Kunden nun ein Eigentor schießen, ist einer der wirksamsten Wege zur Steuerung der Auszahlungsseite die Lieferantenrechnungen zum spätestmöglichen Zeitpunkt zu bezahlen und sogenannte „Lieferantenkredite“ auszunutzen. Der spätestmögliche Zeitpunkt ist natürlich nicht die Mahnung, sondern das – hoffentlich exakt ausgewiesene – Rechnungsdatum der Lieferantenrechnung.

6. Skonto ausnutzen

Die Ausnutzung der Zahlungsziele von Lieferanten muss jedoch immer gegen die Skontobedingungen der Lieferanten abgewogen werden. Wenn euch ein Lieferant bei Zahlung innerhalb von 3 Werktagen ein paar Prozent Skontoabzug „schenkt“, dann kann das gerade bei größeren Rechnungsbeträgen vorteilhafter sein, als stur die Zahlungsziele auszunutzen.

7. Optimierung Steuerverbindlichkeiten prüfen

Zahlungen von Steuern und Gebühren an den Fiskus können ebenfalls unter gewissen Umständen zeitlich optimiert werden. Dies gilt es aber unbedingt gemeinsam mit eurer Steuerberatung zu prüfen. Und weil wir immer wieder Zögern bei unseren Kunden feststellen, wenn es um die Kontaktaufnahme zur Steuerberatung für solche Fragen geht: genau dafür sind Steuerberatungen da!

8. Lagerbestand reduzieren

Bei Produktions- und Handelsunternehmen ist häufig viel Geld in Form von Vorräten „gebunden“. Daher kann es sinnvoll sein, die Vorräte im Lager zu reduzieren und eine konsequente Lageroptimierung zu etablieren. Wir maßen uns nicht an, das branchenübergreifend pauschal zu empfehlen, sondern bewerten rein aus der Liquiditätssicht. Hier müsst ihr natürlich unbedingt die Vorteile auf der Liquiditätsseite gegen ein eventuelles Risiko in eurer Lieferkette abwägen.

Manchmal kann auch einfach eine Vorlage helfen, die Dinge zu strukturieren. Wir haben für euch ein Template vorbereitet, das euch bei der Erfassung der aktuellen Liquiditätssituation und Erstellung einer Vorschau unterstützt:

Euer persönliches Template zur Planung und Vorschau der Liquidität hilft euch bei der Feststellung der aktuellen Liquiditätslage sowie der Planung eures zukünftigen Liquiditätsbedarfs.

Liquiditäts­spielraum schaffen

Unabhängig von der Optimierung der Zahlungsströme gibt es auch im laufenden Betrieb eine Vielzahl an Maßnahmen zur Schaffung von Liquiditätsspielraum. Der Blick sollte dabei nach innen, Stichwort Kostenoptimierung, und nach außen in Richtung Banken und staatlichen Förderungen gerichtet sein. Wir empfehlen folgende Maßnahmen:

9. Kreditlinie an das Geschäft anpassen

Bankkredite sind klarerweise sehr effektive Mittel zur Schaffung von Liquiditätsspielraum, aber eben auch Fremdmittel. Als Controller beharren wir hier wenig überraschend auf der „goldenen Bilanzregel“ und empfehlen, eine kurzfristige, flexible Kreditlinie (z.B.: flexible Kontokorrentlinie auf Basis Working Capital) für das Regelgeschäft zu vereinbaren und größere Investitionen über langfristige Kreditmittel zu finanzieren.

10. Laufende Kosten optimieren

Verschafft euch einen regelmäßigen über die laufenden Kosten und prüft konsequent Möglichkeiten, Kosten zu senken. Es sollte hier keine „heiligen Kühe“ geben, auch Preise mit Dienstleistern können nachverhandelt werden und die Einholung von Konkurrenzangeboten kostet in den meisten Fällen auch nichts.

11. Investitionen auf Notwendigkeit prüfen

Gerade wenn der finanzielle Spielraum eng ist, empfehlen wir bei jeder anstehenden Investition prüfen, ob diese akut oder strategisch relevant ist. Falls nicht, dann kann man diese im Zweifel auch verschieben. Zur zeitlichen Schonung der Liquidität könnt ihr flexiblere Varianten wie Leasing oder Mietmodelle als Alternative in Erwägung ziehen.

12. Steuervorteile und Zuschüsse nutzen

Ein vielzitierter Steuermythos besagt, dass 80% aller Steuergesetze in deutscher Sprache verfasst sind. Das stimmt zwar nicht ganz, aber nichtsdestotrotz sollte auch im Steuerbereich regelmäßig nach Liquiditätsspielraum Ausschau gehalten werden. Auch hier gilt: prüft mit eurer Steuerberatung regemäßig, welche Steuervorteile für euer Unternehmen möglich sind.

Euer persönliches Template zur Planung und Vorschau der Liquidität hilft euch bei der Feststellung der aktuellen Liquiditätslage sowie der Planung eures zukünftigen Liquiditätsbedarfs.

Adam kann euch bei der Optimierung eurer Liquidität helfen

Sicherlich sind nicht alle genannten Maßnahmen für euch praktikabel und viele erscheinen auch nicht durchführbar. Doch erleben wir sehr oft, dass gerade in diesem Thema es oft nicht die Unmöglichkeit der Umsetzung, sondern eher die eigene Überwindung ist, die im Wege steht – und die lässt sich ja bekanntlich immer wieder überwinden. Ein Hinweis an dieser Stelle noch in eigener Sache: Der Adam Sparringspartner kennt alle diese Tipps und noch viele mehr natürlich auch und spricht mit euch in allen Insights-Gesprächen regelmäßig über Optimierungsmöglichkeiten.

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