OKR Management – So setzt ihr eure Strategie agil um

OKR Management

Folgendes erwartet dich in diesem Beitrag über OKR Management:

Als wir vor einigen Jahren das erste Mal von OKR Management und den darum entstandenen Hype hörten, dachten wir: Alter Wein aus neuen Schläuchen. Schließlich geht es dabei um das strukturierte Verfolgen von Zielen – also nicht gerade eine Disruption in der Unternehmensführung.

Dennoch wollten wir es genau wissen und haben in den letzten beiden Jahren den Selbstversuch unternommen. Dabei haben wir nicht nur die Vorteile und Fallstricke kennengelernt, sondern vor allem unser Zielemanagement deutlich verbessert.

In diesem Blogbeitrag zeigen wir, wie ein gut aufgesetztes OKR Management auch euch bei der Verfolgung eurer Ziele helfen kann.

Was ist OKR Management?

OKR ist eine Performance Management Methode, welche die strukturierte Festlegung und Verfolgung von Zielen ermöglicht. Zwei Aspekte stehen dabei im Vordergrund:

Im Folgenden gehen wir auf diese beiden Aspekte detailliert ein.

1. OKR Management als Ziele- und Kennzahlsystem

OKR Management setzt auf die Kombination von Zielen, die den gewünschten Zustand in der Zukunft beschreiben und Kennzahlen, die die Zielerreichung messen. Die Formel lautet dabei:

Wir werden (Objective) erreichen, gemessen durch (Key Results).

Objectives: Strategische und operative Ziele im Einklang

Ziele (Objectives) sind der Dreh- und Angelpunkt im OKR Management. Die Ziele sollen den allgemeinen SMART Gütekritieren entsprechen:

SMART Kriterium Beschreibung
Spezifisch
Ist aus dem Ziel eindeutig ableitbar, was erreicht werden soll?
Messbar
Kann die Erreichung des Ziels mit Zahlen gemessen werden?
Attraktiv
Wirkt das Ziel motivierend und spornt es zur Umsetzung an?
Realistisch
Ist das Ziel in der Zeit mit den Kapazitäten erreichbar?
Terminiert
Gibt es eine konkrete Deadline für die Zielerreichung?

Die Ziele werden kollaborativ im Team festgelegt und beinhalten strategische Ziele des Managements (Top-Down) und operative Ziele der Teams (Bottom-Up). Diese sind dann im Prozess der Zielfindung miteinander in Einklang zu bringen.

Unser Tipp: Nach der OKR Methode sollen 60% der Ziele von den Teams und 40% vom Management festgelegt werden. Für KMU und Startups empfehlen wir, die Zieledefinition maximal basisdemokratisch zu gestalten.

Key Results: Zielerreichung objektiv messen

Die Erreichung der Ziele wird über die Erfolgsgrößen (Key Results) erfasst. Diese dienen als Status-Check am Weg zur Zielerreichung. Die Erfolgsgrößen werden in der Regel als Key Performance Indicators dargestellt und sollten folgenden Gütekriterien entsprechen:

Unser Tipp: Nach der OKR Methode sollten 2-5 Key Results je Ziel definiert werden. Wir persönlich meinen, dass maximal 2 Key Results je Ziel völlig ausreichend sind.

Das Adam Zielekarten-Template zur Erfassung von Zielen und Key Results hilft dir, deine OKRs strukturiert festzulegen und zu verfolgen.

2. OKR Management: Agiler Prozess der Zielesteuerung

Der wesentliche Vorteil des OKR Management ist aus unserer Sicht nicht das Zielesystem, sondern die Etablierung eines agilen Prozesses mit schnellen Review-Zyklen zur Messung der Zielerreichung. Das OKR Modell sieht dabei folgenden Zyklus vor:

OKR Management Zyklus

Unser Tipp: Ein OKR Zyklus sollte eher kurzgehalten werden, in der Regel eignen sich 3 Monate als gute Richtschnur.

3. OKR Management zum Leben erwecken

Soviel zur Theorie, die ja wirklich wunderbar klingt. Jedoch sagen Experten, wie die okrexperten.de, dass 70% aller OKR Einführungen in Unternehmen scheitern. Daher wollen wir euch aus unserer eigenen Erfahrung ein paar Tipps mitgeben, wie ihr OKR Management erfolgreich in eurem Unternehme zum Leben erwecken könnt:

Legt den Anwendungsfall für das OKR Management fest

OKR ist keine eierlegende Wollmilchsau, sondern lediglich ein Rahmenwerk, das einen konkreten Anwendungsfall benötigt. Die wichtigste Grundlage für eine erfolgreiche Etablierung ist die Beantwortung der Frage: „Was wollen wir mit OKR abdecken und wofür wollen wir es einsetzen?“

Nehmt das Team von Beginn an mit

„Wir machen jetzt OKRs“ sagte der Manager zum Team und wunderte sich später, warum es nicht funktioniert hat. Die Einführung eines solchen Systems ist keine Ansage sondern ein kollaboratives Projekt. Nutzt also die Chance, euer Team von Beginn an in das Design eures OKR Systems einzubinden und zu aktiven Beteiligten zu machen.

Definiert einen Process Owner für das OKR Management

Am Papier klingt ja alles wunderbar, aber oft passiert es, dass mit der Zeit immer etwas vermeintlich Wichtigeres anfällt, wenn eigentlich OKR Review wäre. Um das zu vermeiden, eignet es sich einen dedizierten Process Owner, die für die Einhaltung der Termine und Standards verantwortlich ist, benennt. Kleiner Tipp: Der Process Owner sollte nicht in der Geschäftsführung sein.

Seid nicht dogmatisch im OKR Management

Wenn ihr euch bürokratisch an die „OKR Lehrbücher“ hält und dogmatisch auf den dort enthaltenen Empfehlungen, Regeln etc. beharrt, werdet ihr scheitern. Versteht OKR als ein Rahmenwerk, das ihr für euer Unternehmen passend formen könnt.

Gebt euch Zeit

Gerade zu Beginn wird der OKR Zyklus ruckelig laufen. Lasst euch davon nicht zum Aufgeben verleiten, sondern nutzt dies zu Retrospektiven und verbessert den Prozess kontinuierlich, bis er zum Ritual wird. Es wird aber sicher 2-3 Zyklen benötigen, so viel Zeit solltet ihr euch jedenfalls geben.

Nehmt die Retrospektive ernst

Abschließend noch ein Tipp aus unserem größter Fehler in den letzten Jahren: die Retrospektive ist eines der wichtigsten Elemente des OKR Management. Nehmt diese daher ernst und führt sie kontinuierlich am Ende jedes OKR Zyklus durch. Dort werden nämlich die Grundlagen für Verbesserungen geschaffen.

Fazit: OKR Management ist großartig, aber kein Selbstläufer

OKR Management ist eine hoch wirkungsvolle Methode. Vor allem die Standardisierung des Zielemanagement-Prozesses und die engen Review-Zyklen brechen die Barriere zwischen Strategie und Tagesgeschäft. Wie bei allen Rahmenwerken, gilt es jedoch auch hier, das Thema weder bürokratisch noch esoterisch anzugehen sondern es für euer Unternehmen passend zu adaptieren.

Wir selbst sind von Skeptikern zu Unterstützern der OKR Methode geworden und das will etwas heißen, bei einem Unternehmen voller Controller:innen und Software-Developer.

Weiterführende Informationen

OKR Experten: Komplett Guide zur OKR Methode

Murakamy: Video-Erklärung zu den häufigsten Fragen zum OKR Modell

Wonderwerk: Erläuterung von Österreichs führender OKR Ideenschmiede

Wir sind neugierig auf eure Erfahrungen!

Wie hat euch dieser Blogbeitrag gefallen? Konntet ihr für euch ein paar hilfreiche und nützliche Informationen mitnehmen? Erzählt es uns in einer E-Mail an [email protected]

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Die wichtigsten Fragen des Beitrags noch mal auf einen Blick

OKR steht für Objectives & Key Results und beschreibt eine Management Methode, in der die Unternehmensziele und deren Erreichung regelmäßig gemessen und bewertet werden.

OKR als Management Methode ist grundsätzlich für alle Unternehmensgrößen und Branchen geeignet. Bei OKR handelt es sich um ein Rahmenwerk zur Verfolgung von Zielen, das flexibel an dein Unternehmen angepasst werden kann.

Die wichtigsten Grundlagen zur Einführung von OKR sind:

  1. Anwendungsfall für OKR festlegen
  2. Team mitnehmen
  3. Process Owner festlegen
  4. Ziele und Ergebnisgrößen festlegen
  5. Termine für Planung, Reviews und Retrospektive festlegen

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